Mein Altweibersommer

Drama, TV-Movie | 2020

ZUM FILM:

Logline

Auch jenseits der Sechzig gerät das Leben manchmal vollkommen durcheinander. Ein haarsträubender Traum bringt die Lebensmitteltechnikerin Ebba dazu, aus der Ordnung ihres Alltags und ihrer Ehe auszubrechen. Sie begibt sich auf eine Reise entlang der Ostsee, während der sie als Bär in einem Wanderzirkus auftritt. Die Reise verwandelt sie und führt sie zu sich selbst zurück.

Synopsis

Ebba, eine Frau in den Lebensjahren, die man wohlwollend ‚die Besten‘ nennt, hat einen verstörend realistischen Traum: Sie bringt ein Bärenjunges zur Welt. Zunächst gelingt es ihr, nicht darüber nachzudenken. Aber als sie mit ihrem Mann Markus einen Ausflug zu Freunden an die Ostsee macht und dort auf einen kleinen Wanderzirkus trifft, in dem ein lebensecht wirkender Bär auftritt, holt sie der Traum wieder ein. Sie lernt Arne, den dänischen Zirkusdirektor, kennen. Ebba zieht das Bärenkostüm an und tanzt darin. Sie fühlt sich faszinierend anders als Bärin. Arne bietet ihr an, eine Weile mit ihm zu reisen und als Bärin aufzutreten. Ebba zögert. Doch ein paar Tage später stürzt sie sich kopfüber in das Abenteuer. Sie will aus allem ausbrechen – aus ihrer Ehe, aus dem gemeinsamen Unternehmen, das sie mit Markus gegründet hat, aus ihrem geordneten Leben. Sie belügt ihren Mann und reist zu Arne an die polnische Küste. Er nimmt an, sie sei seinetwegen zurück gekehrt und wirbt auf sympathisch zurückhaltende Art um sie. Ebba lässt sich zunächst nicht darauf ein. Ihre Auftritte vor dem Zirkuspublikum machen ihr immer mehr Spaß. Als Bärin improvisiert sie und spricht gezielt Zuschauer an. Aus dem Tanzbär wird ein Charakterbär. Ebba ‚verwildert‘ zusehends. Sie schläft mit Arne. Nicht, weil sie in ihn verliebt ist, sondern aus purer Lust. Das Bären-Dasein verleitet sie dazu, sich einfach zu nehmen, was sie möchte. Eine Freiheit, die sie sich als Frau bisher versagt hatte. Und die sich wie ein Rausch anfühlt.

Währenddessen erfährt Ebbas Mann zu Hause, dass sie ihn belogen hat. Ihm bleibt nichts, als zu warten und zu hoffen, dass sie zu ihm zurückkehrt. Bei einem Angriff betrunkener Touristen in einem polnischen Badeort versucht Arne zu deeskalieren, während Ebba, quasi mit Bärenkräften versehen, einen der Männer verprügelt. Der Mann stürzt unglücklich und schlägt sich die Stirn auf. Ebba und Arne müssen fliehen, bevor die Männer Verstärkung holen und Rache nehmen können. In einer Raststätte kommt es zu einem heftigen Streit. Arne wirft Ebba ihr Verhalten vor und fragt, was sie eigentlich von ihm wolle. Sie antwortet ehrlich: Gar nichts. Daraufhin möchte Arne sie zum Zug bringen. Ebba lehnt ab. Sie kommt allein klar. Sie verbringt eine schreckliche Nacht allein im Wald und wird am Morgen von einem Bernsteinsammler gefunden. Bei ihm verbrennt sie das Bärenkostüm. Sie braucht es nicht mehr. Sie kann wieder sie selbst sein. Sie fährt nach Hause zurück. Die Bärin, die sie war, hat ihr gezeigt, was sie wirklich will: Das, was sie hatte. Von nun an aber von ganzem Herzen und in dem Bewusstsein, dass es wertvoll und gut ist. Dass ihr Leben nicht ihr Schicksal ist, sondern ihre eigene Entscheidung.

cast & credits

BESETZUNG:

Ebba – Iris Berben
Arne – Peter Mygind
Markus – Rainer Bock
Jan – Martin Brambach
Gesine – Leslie Malton
Volleyballer – Tillmann Eckardt
Elisabeth – Henriette Gonnermann
Clara – Maja Lehrer
Marta – Vanessa Boritzka
Krankenschwester – Nicole Johannhanwahr
Tourist – Steffen C. Jürgens
Viggo – Peter Pilegaard
Hebamme – Regine Seidler
Präparator – Jörg Witte

u.v.a.m.

STAB:

Regie: Dustin Loose
Buch: Beate Langmaack
Kamera: Clemens Baumeister
Szenenbild: Marion Foradori
Außenrequisite: Michael Summ
Kostüm: Ulla Gothe
Maske: Adella Selzer, Daniela Schmiemann
Casting: Karimah El-Giamal
Musik: Dürbeck & Dohmen
Ton: Kai Ziarkowski
Schnitt: Daniela Hoelzgen
Produktions- und Herstellungsleitung: Sascha Schwill
Redaktion: Katja Kirchen, Christoph Pellander (ARD Degeto)
Produzent: Jens C. Susa (PROVOBIS Film)

Eine Produktion der PROVOBIS für Degeto Das ERSTE kofinanziert vom Polish Film Institute

TV

Erstausstrahlung
Mittwoch, 12. August 2020 um 20:15 Uhr – ARD Das Erste

Wiederholung
Donnerstag, 13. August 2020 um 00:20 Uhr – ARD Das Erste

Diese Sendung ist online first ab 10. August und nach der Ausstrahlung drei Monate lang in der ARD Mediathek verfügbar (Stand: 1. Juli 2020) bitte hier klicken

Trailer

extras

STATEMENT- Produzent Jens C. Susa

Ebba:
Ich bringe keine Bären zur Welt. Ich tanze nicht für Fremde. Es bleibt die Zeit sich zu fragen, was man will und braucht. Bis zur letzten Minute, die jeden Tag gerade begonnen haben könnte. Ich tanze für mich!

Glaube, Liebe, Hoffnung – die drei christlichen Tugenden, in unserem Fall konkreter die inneren Haltungen, ziehen sich wie ein Leitfaden durch unsere gemeinsame Arbeit. Iris Berben, Beate Langmaack und ich arbeiten in dieser besonderen Konstellation zum zweiten Mal zusammen. Mit dem Film „Mein Altweibersommer“ präsentieren wir die Tugend der Liebe. Mit einer Frau, die als Bärin ihr Leben verschwenderisch umarmt, dafür ihr geordnetes Eheleben für einige Tage verlässt – die gemeinsame Liebe dafür aber niemals verrät. Die Eheleute finden sich als wahre loyale Komplizen wieder. Iris Berben ist die Grande Dame im deutschen Filmbusiness.

Für den gemeinsamen Film „Hanne“ hat sie dieses Jahr den Grimme Preis bekommen, einen Monat später war sie die Coverfrau der „Vogue“. Zur höflichen Erinnerung: all das mit fast 70 Jahren!

Liebe Iris Berben, wir arbeiten nun bald 25 Jahre zusammen, für mich fast schon bestimmend für einen ganzen Lebensabschnitt. Sie haben mein Verständnis, ein inhaltlicher Produzent zu sein, gefördert und geprägt. Ich durfte mit Ihnen in der halben Welt unterwegs sein, wir haben mehr als 50 Filme gemeinsam drehen dürfen. Sie fordern Figuren mit Widersprüchen und Abgründen ein, Sie suchen die Radikalität. Meine Lieblingskomplizin Iris Berben – ich wünsche Ihnen, dass Sie im Herzen ewig jung bleiben, die Rebellin in Ihnen immer wachsam auf der Lauer liegt, die guten Drehbücher und Regiekräfte weiterhin so zahlreich zu Ihnen finden. Erlebnisse mit jungen Menschen, die wie ich – vor fast 25 Jahren – erst einmal aus Respekt vor Ihnen stotternd, fast sprachlos erstarren und dann entdecken, dass die Arbeit mit Ihnen die nachdrücklichste Erfahrung im Berufsleben sein kann. Danke, für diesen Film!